Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit

Kopf an: Motor aus. Für null CO2 auf Kurzstrecken.

Kopf an

Kurzstrecke ist Umweltschutzstrecke

Radeln und die Umwelt schonen

Sie wollen frische Luft atmen, nachts in Ruhe schlafen, durch grüne Parks und Wälder wandern? Sie möchten, dass auch Ihre Urenkel noch friedlich und gesund auf dieser Erde leben können? Bestens! Dann fangen Sie heute an, dafür zu sorgen, und lassen Sie auf Kurzstrecken Ihr Auto stehen!
Wer sich mit dem Rad oder zu Fuß fortbewegt, produziert weder das Treibhausgas Kohlendioxid (CO2) noch krankmachende Abgase wie Feinstaub oder Stickoxide, nervt seine Nachbarn nicht mit Motorenlärm und braucht zum Parken so wenig Platz, dass nicht seinetwegen freie Flächen zugepflastert werden müssen. 

 

Unterwegs mit null Emissionen - fürs Klima

Dass die Menschen ihren Teil zur Erderwärmung und zum Klimawandel beitragen, bestreitet heutzutage kein seriöser Wissenschaftler mehr. Der Klimawandel könnte uns teuer zu stehen kommen: Im Herbst 2006 veröffentlichte der damalige Weltbank-Ökonom Nicholas Stern einen 650-seitigen Bericht zu den wirtschaftlichen Folgen der globalen Erwärmung. Ein Ergebnis: Um den Anteil an Treibhausgasen in der Atmosphäre zu begrenzen, müsste ein Prozent des globalen Bruttoinlandsprodukts investiert werden. Handeln die Staaten nicht und steigt die Treibhausgaskonzentration weiter an, können die Folgen für Umwelt, Gesundheit und Sicherheit mehr als 20 Prozent des weltweiten Bruttoinlandsprodukts verschlingen. Die Bundesregierung hat im Sommer 2007 beschlossen, den Klimagasausstoß in Deutschland bis 2020 um 40 Prozent im Vergleich zu 1990 zu senken.
Jeder Bundesbürger belastet das Klima nach Angaben des Umweltbundesamts (UBA) im Schnitt jährlich mit fast elf Tonnen CO2 – davon stammen etwa zwei Tonnen aus dem Bereich Mobilität. Zurzeit gehen die Deutschen durchschnittlich etwa 600 Meter am Tag und legen einen Kilometer mit dem Fahrrad zurück. Wären es 1200 Meter Fußweg und zwei Kilometer Fahrradstrecke, also lediglich das Doppelte, würden der Atmosphäre bereits fünfeinhalb Millionen Tonnen CO2 im Jahr erspart.
Für Sie persönlich könnte das heißen: Legen Sie die Strecke zum Büro doch künftig mit dem Fahrrad zurück. Bei einem fünf Kilometer langen Weg würden Sie jährlich mehr als 400 Kilogramm Treibhausgase und 20 Prozent Ihrer persönlichen Verkehrsemissionen einsparen.

 

Mit dem Drahtesel in jede Umweltzone

Außerdem haben Sie mit Ihrem Fahrrad überall und jederzeit freie Fahrt! Um den Ausstoß krebserregender feinster Rußpartikel aus Dieselmotoren zu verringern, richten immer mehr Kommunen in Deutschland sogenannte Umweltzonen ein. Dort dürfen Autos, Transporter und Lkw, die zu viel Feinstaub in die Luft schleudern, nicht fahren. Ab 2010 werden die Bestimmungen in den Umweltzonen nochmals verschärft, um auch den Schadstoff Stickstoffdioxid aus der Luft zu verbannen. Wie Feinstaub stammt auch Stickstoffdioxid vor allem aus Dieselmotoren. Es reizt die Schleimhäute und verursacht Atemwegserkrankungen, ist für hohe Ozonwerte im Sommer verantwortlich und trägt dazu bei, dass Böden, Seen und Flüsse versauern.
Auf dem Fahrrad müssen Sie sich aber keine Gedanken über rote, gelbe oder grüne Schadstoffplaketten machen, die Ihnen Einfahrt ins Stadtzentrum gewähren: Mit Ihrem Null-Emissions-Gefährt haben Sie sozusagen automatisch eine grüne Plakette.

 

Für mehr Ruhe sorgen

Wer sein Auto auf kurzen Strecken im Ort stehen lässt, sorgt nicht nur für saubere Luft, sondern auch dafür, dass die Umwelt ein bisschen ruhiger wird. Mindestens 13 Millionen Deutsche leiden nach Berechnungen des UBA so sehr unter Lärm, dass sie nicht mehr richtig schlafen, sich nur noch schlecht konzentrieren können und krank werden: Blutdruck und das Risiko von Herz-Kreislaufbeschwerden steigen mit dem Lärmpegel. Vor allem Verkehrslärm empfinden viele Menschen als störend.
Je mehr Menschen ihre Alltagswege zu Fuß oder mit dem Rad zurücklegen, desto lebenswerter werden unsere Straßen. Auch deshalb, weil nicht mehr so viele parkende Pkw Platz auf Bürgersteigen einnehmen und Raum zum Flanieren, Verweilen und für Begegnungen lassen.

 

Grün bewahren

Für Ihr Fahrrad finden Sie immer eine Ecke zum Abstellen – und Sie tragen überdies dazu bei, dass für den Bau neuer Autostellplätze keine Grünflächen in der Stadt versiegelt werden.
Der Bau von Häusern, Straßen oder Fabriken verbraucht in Deutschland nach Berechnungen des Statistischen Bundesamts täglich eine Fläche von etwa 113 Hektar, das entspricht fast 150 Fußballfeldern. Wälder, Felder und Wiesen gehen als Erholungsraum für Menschen und als Lebensraum für Tiere und Pflanzen verloren. Die Bundesregierung hat beschlossen, den Flächenverbrauch bis 2020 auf 30 Hektar pro Tag zu begrenzen.
Einen kleinen Schritt auf dem Weg dorthin tun Sie selbst, indem Sie mehr Schritte auf Ihren Wegen selbst tun!