Gesundheitszonen für saubere Luft

Frische Luft macht gesund – das war schon in der Antike bekannt. Doch sorgen in vielen Städten die Abgase aus Autos, Lastwagen und Schiffen dafür, dass sich die Lungen beim Einatmen eher mit Schadstoffen füllen.
Besonders in der Diskussion ist seit ein paar Jahren Feinstaub aus Dieselmotoren. Durch die winzigen Rußpartikel sterben nach Forschungen des Münchener GSF-Instituts für Epidemiologie jedes Jahr allein in Deutschland bis zu 19.000 Menschen vorzeitig. Je kleiner die Rußteilchen, desto gefährlicher: Die feinsten Stäube lösen Krebs aus.
Die EU hat deshalb 2005 verpflichtende Grenzwerte eingeführt: Der tägliche Durchschnittswert von 50 Mikrogramm Feinstaub pro Kubikmeter Luft darf an höchstens 35 Tagen überschritten werden. Immer mehr Kommunen in Deutschland, zurzeit sind es 34, richten seit Anfang 2008 sogenannte Umweltzonen ein. Dort dürfen Autos, Transporter und Lkw, die zu viele Rußteilchen in die Luft schleudern, nicht fahren.

Gesunde Luft ist einklagbar

Bürgerinnen und Bürger haben ein Recht auf saubere Luft. Das bestätigte der Europäische Gerichtshof im Juli 2008 in einem Grundsatzurteil. Demnach können Anwohner einer Straße die zuständigen Behörden verpflichten, einen Aktionsplan gegen Feinstaub aufzustellen, wenn die Gefahr besteht, dass die Grenzwerte überschritten werden.
Die Städte sollten also dafür sorgen, dass so wenig Schadstoffe wie möglich in die Atemluft gelangen. Das kann nicht nur durch die Einrichtung weiträumiger Umweltzonen erreicht werden, sondern auch durch bessere Bus- und Bahnverbindungen und Wohlfühlbedingungen für Fußgänger und Radfahrerinnen.

Gesunde Luft ist machbar

2010 treten EU-weit Grenzwerte für Stickstoffdioxid NO2 in Kraft. Auch dieser Schadstoff wird vor allem von Dieselfahrzeugen in die Luft geblasen. In hohen Konzentrationen reizt NO2 die Schleimhäute und verursacht Atemwegserkrankungen. Stickoxide sind für hohe Ozonwerte im Sommer verantwortlich und tragen dazu bei, dass Böden, Seen und Flüsse versauern. Städte und Kommunen werden deshalb ihre Umweltzonen verschärfen müssen. Den Anfang machen im Januar 2010 Berlin und Hannover: Nur noch Fahrzeuge, die so wenig Schadstoffe in die Luft blasen, dass sie eine grüne Plakette bekommen, haben dann freie Fahrt.
Es zahlt sich deshalb in vielfacher Hinsicht aus, das Auto stehenzulassen und möglichst viele Wege zu Fuß und mit dem Fahrrad zurückzulegen: Auf diese Weise kommen Sie überall hin, Ihnen weht die frische Luft um die Nase – und Sie tragen dazu bei, dass sie auch sauber bleibt.

Weitere Informationen finden Sie beim Verkehrsclub Deutschland und beim Umweltbundesamt.

Auf der Hombepage des Umweltbundesamtes gibt es außerdem einen Überblick über die Umweltzonen in Deutschland.