Auftakt zur Straßenkampagne: Kopf an: Motor aus

"Liebe Eltern, für Kurzstrecken mit dem Auto gibt's 'ne 6." und "Besser, Sie nehmen ab als die Eisberge. Fahren Sie Rad.": Mit flotten Sprüchen werden die Karlsruherinnen und Karlsruher derzeit per Plakat und Anzeigen, auf der Straßenbahn sowie in Kinospots dazu motiviert, mal zu Fuß zu gehen oder das Rad zu nehmen. "Dabei geht es uns nicht darum, Radfahrer und Autofahrer gegeneinander auszuspielen", betonte Angela Hörschelmann als Vertreterin der Bundeskampagne "Kopf an. Motor aus. Für null CO2 auf Kurzstrecken".

Kampagnenauftakt in KarlsruheIn Karlsruhe fand am Freitag den 08.05.09 zusammen mit der Aktion "Mobilität konkret" des städtischen Umwelt- und Arbeitsschutzes auf dem Marktplatz die Auftaktveranstaltung der Modellkampagne statt. Karlsruhe habe neben Bamberg, Dortmund und Halle die Kampagne gewonnen, weil es in der Fächerstadt den politischen Willen gibt, etwas fürs Radfahren zu tun, so Hörschelmann. Hier gebe es eine gute Grundlage, aber noch Steigerungspotential - und hoffentlich auch dank der Kampagne in einigen Monaten "sehr viel mehr Autofahrer, die umgestiegen sind auf Kurzstrecken". Die Aktion des Bundesumweltministeriums ist eine Straßenkampagne. Bürgerinnen und Bürger werden bis Ende August dort angesprochen, wo sie Auto fahren: Auf dem Weg zur Arbeit, beim Einkaufen, im Parkhaus, vor Schulen.

Die neuen Fahrradstraßen seien einfach gut, meinte eine Bürgerin bei der von Mathias Zurawski locker moderierten Diskussionsrunde mit den beiden Kampagnen-Vertreterinnen Hörschelmann und Anna Rühmann, Bürgermeister Michael Obert und Vertretern städtischer Fachämter. Während die Mietfahrräder von einem Bürger positiv hervorgehoben wurden, kritisierte ein anderer, dass es zu wenige gute Abstellmöglichkeiten für Räder gibt. Stadtplanungsamtschef Dr. Harald Ringler konnte dem nur zustimmen, "wir sind hier zusammen mit den Geschäftsleuten vor allem in der Innenstadt dran".

Eine gute Infrastruktur ist das Eine - die gegenseitige Rücksichtnahme das Andere: Das zeigte das Gespräch mit den Besucherinnen und Besuchern des Aktionstages. "Wenn Radler mehr Rechte haben, fahren viele nicht mehr so raudimäßig durch die Gegend", diese Überzeugung Rühmanns teilten auf dem Marktplatz nicht alle. "Das Grundproblem, an dem wir arbeiten sollten, ist das gegenseitige Verständnis", fasste denn auch Zurawski zusammen.

Den "Radfahrerblick" wird künftig Jan Herbster kennen lernen. Er gewann bei der Verlosung ein individuell angepasstes Fahrrad von Koga Miyata im Wert von 1 500 Euro. "Ich habe mir eben schon alles erklären lassen beim Beratungsgespräch", freute sich der 34-jährige Karlsruher, denn er habe ohnehin vorgehabt, sich ein Rad zu kaufen.

Kampagnenauftakt Karlsruhe

Beim Kampagnenauftakt (von links) Dr. Harald Ringler, Leiter Stadtplanungsamt, Mathias Zurawski, SWR-Moderator, Bürgermeister Michael Obert, Bau- und Planungsdezernent, Norbert Hacker, Leiter Umwelt- und Arbeitsschutz, Angela Hartmann-Eckstein, Stadtmarketing Karlsruhe GmbH, Angela Hörschelmann, velokonzept, Dietmar Schaber, Tiefbauamt.